Ein Modell am Hafen
Stadtmodell des Stadtzentrums Eckernfördes
Das Stadtmodell Eckernförde brachte ein paar interessante Herausforderungen mit sich. Zum einen konnte das Modell nicht beliebig groß werden, sondern musste mit einem halben Quadratmeter Grundfläche auskommen. Innerhalb dieses Rahmens galt es, so viel wie möglich vom Stadtzentrum und dem Hafen unterzubringen. Einige markante Gebäude der Stadt sollten detailreicher dargestellt werden als der Rest der Bebauung.
Ein Detailausschnitt der digitalen Vorschau für den Kunden
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Darüber hinaus gibt es nicht viele Städte, die direkt am Meer oder an einem großen Meeresarm liegen. Eckernförde liegt direkt an der gleichnamigen Bucht. Das Stadtbild wird von einem langen Strand im Osten begrenzt. Im Norden umrahmt das Hafenbecken die Innenstadt und reicht gen Südosten fast bis ans Windebeyer Noor heran, eine weitere größere Wasserfläche westlich der Stadt. Der Unterschied zwischen bebauten Landflächen, Hafen und offener Bucht stellte einen interessanten Kontrast dar, dem wir beim Modellieren besondere Aufmerksamkeit zukommen ließen.
Aber um überhaupt die Chance zu haben, alle Wünsche und Details in dem Modell unterzubringen, stimmten wir uns mit dem Kunden ab und machten mehrere Vorschläge, wie das Modell am besten auszurichten und zu beschneiden wäre. Während wir anfangs beinahe einen Maßstab von 1:2000 hatten, kamen wir so schließlich auf einen fast doppelt so großen Maßstab von 1:1200. Nur so war es überhaupt möglich, einzelne Gebäude mit ein paar Details auszustatten, wie großen Fenstern, Türen und ähnlichen.
Wir brachten bei den Detailgebäuden sogar Dachstruktur auf. Hier wandten wir einen unserer üblichen Tricks an: Wir modellierten die Dächer mit wenigen überdimensionierten Ziegelreihen. Bei Eckernförde mussten wir aufgrund des immer noch recht kleinen Maßstabes diesen Trick zwar deutlich übersteigern, doch das Ergebnis spricht für sich. Wenn Ziegelstruktur in einem Modell milimeterfein ausgeführt ist, hält das Auge diese Details für richtig, auch wenn sie tatsächlich „überdimensioniert“ sind.
Zu all dem mussten wir auch noch Platz finden für eine Legende mit 9 Einzelpunkten in lesbarer Schrift sowie taktiler Brailleschrift für Menschen mit Sehbeeinträchtigung. Üblicherweise bringen wir Legenden auf leicht erhabenen rechteckigen Flächen an, die in unwichtigeren Randbereichen eines Stadtmodells Platz finden können. Bei Eckernförde war jedoch die einzige große freie Fläche die Meeresbucht. Doch ein „Legenden-Block“ sah dort wie ein Fremdkörper aus, der die Bucht einengte. Daher entschieden wir uns an dieser Stelle, Nur die Wellenstruktur auszuglätten und die Schrift direkt auf der Oberfläche aufzubringen, wodurch die Legende viel unaufdringlicher wirkt.
Im Hafen konnten wir weitere Detailvielfalt modellieren. Auch wenn die einzelnen Boote, Schiffe und Stege nur einfache Objekte sind, macht ihre schiere Anzahl den Miniatur-Hafen zu einem belebten Blickfang des Stadtmodells. Straßen und Schienen modellierten wir am Rand der Innenstadt und rahmten so das ganze vom Westen her zusätzlich ein.
Nachdem unser Kunde das Modell anhand unserer Vorschaubilder freigegeben hatte, fertigten wir es im SLA-Verfahren, einer hochdetailierten 3D-Drucktechnik. Anschließend wurde das Modell in unserer Werkstatt in Feinarbeit finalisiert und endgeprüft. Schließlich wurde das Modell in Bronze gegossen und am (…) in Eckernförde direkt am Hafengelände eingeweiht.
Detailansicht des fertigen Bronzemodells
Touristik-Geschäftsführer Stefan Borgmann mit dem neuen Bronzemodell
Foto: Arne Peters
Das fertige Bronzemodell in unseren Firmenräumen bei der letzten Prüfung
Detailansicht des fertigen Bronzemodells
Das fertige Modell vor Ort
Quelle: Eckernförde Touristik und Marketing GmbH
Das fertige Modell vor Ort
Quelle: Eckernförde Touristik und Marketing GmbH






