Gedenktafeln: 22 neue Reliefs für Cronenberg

Im Wuppertaler Stadtteil Cronenberg wurden 21 bronzene Schrifttafeln eines alten Denkmals für Weltkriegstote gestohlen. Nur die 22. Platte blieb stark beschädigt vor Ort. Den Metalldieben gelang es nicht, sie komplett vom Steinsockel des Denkmals zu hebeln, da sie teilweise in einer schmalen Spalte des massiven Steindenkmals verankert war. Dies sollte sich später als Glück herausstellen, da so eine originalgetreuere Rekonstruktion möglich war.

Der Cronenberger Heimat- und Bürgerverein beauftragte uns, alle 22 Platten nachzubilden. Die Besonderheit des Auftrages war, dass wir in diesem Fall keine Gussmodelle für eine Gießerei lieferten, sondern die Platten im 3D-Druckverfahren herstellten und die Oberfläche bronziert wurde. Visuell sind sie von echten Bronzetafeln nicht zu unterscheiden.

Für die Zukunft war so ausgeschlossen, dass noch einmal von Metalldieben alle Platten gestohlen würden. Spätestens wenn sie eine Platte abreißen würden, wäre aufgrund des minimalen Gewichts offensichtlich, dass es sich nicht um Metall handelte. Statt weit über 10 kg wiegen die einzelnen Platten nun nur noch wenige 100 Gramm. Und schlimmstenfalls müsste man in der Zukunft nur eine Platte wieder anbringen, anstatt erneut einen kompletten Verlust von vielen zehntausend Euro beklagen zu müssen.

Darüber hinaus war die gesamte Restaurierung des Denkmals durch diese Ausführung wesentlich preisgünstiger und konnte so mithilfe von Spenden und einem Anteil der Stadt überhaupt durchgeführt werden.

Zum Glück für unsere Nachbildung der Tafeln existierten im Stadtarchiv noch Fotos und Listen mit allen Namen der Weltkriegstoten, die auf den ursprünglichen Tafeln Erwähnung gefunden hatten. Zusammen mit der einen verbliebenen, beschädigten Platte konnten wir daher die Rekonstruktion sehr originalgetreu durchführen, obwohl die 21 gestohlenen Platten nie wieder auftauchten.

Die Besonderheit bei der Rekonstruktion war, dass die Schrift der alten Platten so nicht als digitaler Schriftsatz existierte. Daher entwickelten wir den Gesamten Schriftsatz digital und machten ihn so als Schrift auf dem Rechner nutzbar. Nur so konnten wir die hunderten von Namen und Daten schnell und fehlerlos in unsere digitalen Modelle der rekonstruierten 22 Platten einbringen. Das händische Setzen der einzelnen Buchstaben, wie es bei den Gussmodellen für die ursprünglichen Platten stattfand, hätte dagegen den Kostenrahmen der Rekonstruktion vollständig gesprengt.

Oben abgebildet sind zwei digitale Vorschaubilder, die dem Kunden schon einen guten Eindruck lieferten, wie die Platten nach der Fertigung aussehen würden. Auch konnte die Kunden so nochmal die Namen und Daten gegenlesen.

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